ein Pfänderſpiel mit Küſſen in Vorſchlag. Plötzlich hörte ich jenes heiſere Lachen wieder, das ich vorhin vor dem Fenſter zu hören glaubte. Wirklich, es war Natas, der dem Profeſſor zuhörte, und trotz dem Eifer und Ernſt, mit welchem dieſer alles vorbrachte, alle Augenblicke in ſein heiſeres Gelächter ausbrach.
„Nicht wahr, meine Herrn und Damen,“ ſchrie der Punſch aus dem Profeſſor heraus,„Sie haben vorhin ſelbſt bemerkt, daß unſer verehrter Freund dort jedem von Ihnen, nur in anderer Geſtalt ſchon begegnet iſt? Sie ſchweigen? Iſt das auch Raiſon, einen ſo im Sand ſitzen zu laſſen? Herr Oberforſtmeiſter! Frau von Thingen, gnädige Frau! Sagen Sie ſelbſt, nament⸗ lich Sie, Herr Doktor!“
Wir befanden uns durch die Indiskretion des Pro⸗ feſſors in großer Verlegenheit.„Ich erinnere mich,“ gab ich zur Antwort, als alles ſchwieg,„von intereſſan⸗ ten Geſichtern und ihren Verwechslungen geſprochen zu haben. Und wenn ich nicht irre, wurde auch Herr von Natas aufgeführt.“
Der Benannte verbeugte ſich und meinte, es ſei gar zu viel Ehre, ihn unter die Intereſſanten zu zählen; aber der Profeſſor verdarb wieder alles.
„Was dal! ich nehme kein Blatt vor den Mund!“ ſagte er;„ich behauptete, daß mir ganz unheimlich in Dero Nähe ſei, und erzählte, wie Sie in Stuttgart den armen Haſentreffer erwürgt haben, wiſſen Sie noch, gnädiger Herr?“
Dieſer aber ſtand auf, lief mit ſchrillendem Geläch⸗ ter im Zimmer umher, und plötzlich glaubte ich den
W. Hauffs Werke. Vl. 3


