gen Gäſte erwartungsvoll erhoben, war er nirgends mehr zu ſehen.“
„Der Oberjuſtizrath ſtellte ſich ans Fenſter, wir Alle folgten ſeinem Beiſpiele und beobachteten ihn. Das Haus gegenüber ſchien öde und unbewohnt; auf der Thürſchwelle ſproßte Gras, die Jalouſien waren geſchloſſen, zwiſchen einigen ſchienen ſich Vögel einge⸗ baut zu haben.“
„„Ein hübſches Haus da drüben,““ begann der Alte zu dem Wirth, der immer in der dritten Stellung hinter ihm ſtand.„„Wem gehört es?“„„Dem Ober⸗ juſtizrath Haſentreffer, Euer Excellenz aufzuwarten.““
„„Ei, das iſt wohl der nämliche, der mit mir ſtu⸗ dirt hat?““ rief er aus.„„Der würde mir es nie ver⸗ zeihen, wenn ich ihm nicht meine Anweſenheit kund thäte.““ Er riß das Fenſter auf:„„Haſentreffer— Haſentreffer!““ ſchrie er mit heiſerer Stimme hinaus. — Aber wer beſchreibt unſern Schrecken, als gegen⸗ über in dem öden Haus, das wir wohl verſchloſſen und verriegelt wußten, ein Fenſterladen langſam ſich öffnete; ein Fenſter that ſich auf und heraus ſchaute der Ober⸗ juſtizrath Haſentreffer im zitzenen Schlafrock und der weißen Mitze, unter welcher wenige graue Löckchen her⸗ vorquollen; ſo, gerade ſo pflegte er ſich zu Hauſe zu tragen. Bis auf das kleinſte Fältchen des bleichen Ge⸗ ſichts war der Gegenüber der nämliche wie der, der bei uns ſtand. Aber Entſetzen ergriff uns, als der im Schlafrock mit derſelben heiſeren Stimme über die Straße herüber rief:„„Was will man, wem ruft man? he!“«


