Druckschrift 
Der Brand-Müller : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

ſen in der Stadt. Wer ſich mit denen einläßt, wird zuletzt immer zu kurz kommen, und endlich durch Scha⸗ den klug werden.

Nun, uns ſoll das Alles weiter nichts kuͤmmern,« ſagte Sieffen.Ich habe meine Saat gut verkauft, und damit Baſta. Der Wildbach⸗Müller mag ſehen, wie er bei dem Handel zurecht kommt, das iſt ſeine Sache. Meinem Vetter, dem Schöll⸗Bauern drüben in Neudorf will ich aber doch ſagen, wo er ein gutes Geſchäft machen kann gegen baares Geld. Baar Geld lacht, Schulze! Ich moͤchte wetten, daß der Wildbach⸗ Müller ſeine tauſend Scheffel dort zuſammen hat, ehe noch acht Tage in's Land gekommen ſind.

Ja, wahrhaftig, das glaub' ich ſelber, meinte ein anderer Bauer.Ich will doch auch meiner Ver⸗ wandtſchaft einen Wink geben. Zu verlieren iſt da nichts, baar Geld lacht, und der Wildbach⸗Müller, mögt Ihr von ihm reden, was Ihr wollt, ein ſchlauer Burſch iſt er doch, und ſein Vincenz da iſt auch nicht auf den Kopf gefallen.«

Der Schulze wollte noch warnen und abreden, aber die Bauern hörten nicht weiter auf ihn. Daß der Wildbach⸗Müller große Einkäufe machte und noch dazu baar bezahlen wollte, hatte ihn auf einmal wieder in ihrer Meinung gehoben, und ſie blickten mit Reſpekt auf den jungen Mann, der, wie ſie glaubten, Wald und Menſchen kennen gelernt hatte, und jeden Vor⸗ theil zu benutzen verſtand. Kein Wort des Tadels wurde mehr laut gegen ihn, vielmehr lobten und rühm⸗ ten ihn Alle, und fanden es auf einmal ganz natür⸗ lich, daß er ſich mehr in der Stadt als in ſeiner Muͤhle

2**