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Feinden erhielten. Sie ſelbſt nannten ſich die Kinder Gottes, oder das auserwählte Volk. Mit dieſer düſteren Einfachheit der Kleidung har⸗ monirte ein Zug finſterer Schwärmerei, welcher in der ganzen Ver⸗ ſammlung vorherrſchte. Faſt alle Geſichter zeigten denſelben Ausdruck eines entſchloſſenen Trotzes, einer ſelbſtbewußten Energie. Leiden aller Art hatten ihre Widerſtandskraft geweckt und die ſichere Ueberzeugung von der Richtigkeit ihrer Grundſätze und dem endlichen Siege der guten Sache ihnen einen Stolz verliehen, der von Hochmuth nicht frei zu ſprechen war und die Erbitterung ihrer Feinde ganz beſonders vermehrte. Man ſah es dieſen gedrungenen Männern an, daß ſie nur mit Ingrimm ſich den Umſtänden fügten und den Tag der Vergeltung erwarteten. An ihren Mienen konnte ein aufmerkſamer Beobachter neben der deutlich ausgeſprochenen Gottergebenheit einen wilden Fana⸗ tismus leſen und während von ihren Lippen der fromme Pſalm mit vieler Salbung geſungen wurde, blitzte ihr Auge in wilder Gluth, ſo oft die Verſe des Liedes von den Feinden des Herrn und ſeinen Widerſachern ſprachen, worunter ſie natürlich ihre eigenen verhaßten Gegner verſtanden. Einigermaßen gemildert wurde dieſer herbe und ſtrenge Eindruck durch die Gegenwart der Frauen und Kinder. Auch unter den erſteren fehlte es nicht an finſteren Geſtalten mit harten, unangenehmen Zügen; die Mehrzahl jedoch und darunter vorzugsweiſe die jüngere Generation zeichnete ſich mehr durch eine ſanfte Schwärmerei aus, die den meiſt ſchönen und friſchen Geſichtern eher zum Vortheil als zum Schaden gereichte. Auch die Kleidung war trotz der puritaniſchen Strenge nicht ſo einförmig und düſter wie die der Männer. Die weibliche Eitelkeit und Gefallſucht fand ſelbſt unter den ungünſtigſten Verhältniſſen immer noch einen Ausweg, um geſchickt hier ein Band, dort eine Schleife anzubringen. Die weißen, eng anſchließenden Häub⸗ chen gaben ſogar manchem jugendlichen Antlitz ein ganz eigenthümlich gewinnendes Ausſehen„ wobei ſich mitunter ein Anſtrich von weltlicher Koketterie bei aller Frömmigkeit verrieth. Unter den Mädchen beſonders bemerkte der lauſchende Thomas, der in ſolchen Dingen einen feinen Geſchmack beſaß, einzelne Erſcheinungen, die ſelbſt einen Vergleich mit ſeiner Schweſter, der ſchönen Alice, nicht zu ſcheuen brauchten.— Solche Beobachtungen ſtellte indeß der Jüngling aus ſeinem Verſteck erſt an, als der Geſang, der ihn ſo mächtig angezogen, längſt verſtummt


