Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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raſſelten an einander, Schwerter blitzten, Roſſe wie⸗ herten, und Kuniberts Hornruf zog angſthaft durch das übrige Getöſe, ſowie ſeine gute Klinge hoch über dem Kampfgewühl leuchtete. Der Klausner lag zitternd auf den Knieen vor ſeiner Hütte, die Hände zum Himmel erhoben wie im Gebet. Kaum hatte er die nahenden Oltinger erblickt, als er ſich aufraffte und ihnen entgegeneilte. Herbei, rief er mit wehklagender Stimme, herbei, Ritter, ein Ueberfall, Graf Thibaut, ihm ſcheint es zu gelten, Herr Kunibert kann ihn nicht mehr vertheidigen, ſie ſchleppen ihn fort.

Wen?

Thibaut.

Schneller als ein Blitzſtrahl war Egon bei den Kämpfenden und mitten im Kampfgewühl und rief ſo laut er konnte den Namen ſeines jungen Freundes. Hier, hier, antwortete ihm endlich eine matte, faſt erſtickte Stimme, zu Hülfe, zu Hülfe. Zugleich erblickte er den Knaben, umſchlungen von den eiſernen Armen eines ganz geharniſchten Ritters mit geſchloſſenem Viſir ohne ein kennbares Feldzeichen und auf einem ſchnaubenden, ungebehr⸗ lichen Hengſt, der, den wüthenden Spornſtreichen ſeines Reiters nicht gehorchend, ſtaͤtiſch auf einer

v. Heeringen, der Kaufmann von Lugern. II. 41