Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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fangenen von Gruyeres einen Verbrecher mitge⸗ bracht nach Oltingen, den wir, damit Recht geſchehe, haben müſſen köpfen laſſen vom Meiſter Jäkel? Sieh hinaus, der Hof raucht noch vom Blute.

Glaube es nicht, Sohn, rief die Amtmännin dazwiſchen, der Vater ſcherzt, Niemand iſt geköpft worden in Oltingen.

Weil der Herr Rathsknappe ſeiner ſchwachen Baſe und ſeiner noch ſchwächeren Mutter in den Kopf geſetzt hatte, er liebe ſolche Auftritte der Gerechtigkeit nicht und wünſche ſie unvollführt, worauf denn Frau Hedwig und Frau Marie nichts Angelegentlicheres zu thun hatten, als dem Ver⸗ brecher ohne unſer Wiſſen die Feſſeln abzunehmen und ihn in das Freie zu laſſen.

Thatet Ihr ſo? fragte Egon, ſich umſchauend im Kreiſe, wobei er an dem Purpur auf ſeiner Mutter Wangen, an Mariens in Thränen getauchtem Blick und an Furter's ſchelmiſchem Kopfnicken wohl erkannte, daß des Vaters Rede mehr als Scherz war. O meine liebe, gütige Mutter, theuerſte Muetti, Dich erkenne ich. Laß mich Deine Hände küſſen und Dein liebes Gewand. Er ſank zu den Füßen der Amtmännin und that, wie er ſagte.