Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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mußte dieſe ſie zuweilen mit ſtiller Verwunderung anſchauen, als ſehe ſie die alte liebe, frohe Marie wieder, die überall behüfliche, ſchöne Pflegetochter.

Morgen ſollte das Verließ beſucht und das Ge⸗ richt über Kapleſer gehalten werden; ſpät Abends aber konnte Herr Wilibald nicht umhin, den ge⸗ ehrten Herren und Vorgeſetzten das Abenteuer zu erzählen, welches er heute mit dem Aarburger Knecht gehabt; er brauchte daraus kein Geheimniß zu machen, ſein Verhältniß zu Schilling war in Bern bekannt, und da er keineswegs geſonnen war, mit dem in ſeine Hände gelieferten Document einen unedlen Gebrauch gegen Schilling und zu ſeinem Gunſten zu machen, ſo nahm er keinen Anſtand, dieſe Angelegenheit den Rathsherren mitzutheilen, um ihre Meinung darüber zu vernehmen.

Hm, hm, ſagte der alte Furter mit ſeinem ge⸗ wöhnlichen heiteren Lächeln, indem er das herbei⸗ gebrachte Document beſah, Ihr ſeid fürwahr ein Glückspilz, Herr Amtmann; ich kenne dieſes Blatt, weil ich es ſelbſt mit ausgeſtellt habe, denn wie Ihr wißt, ging das verpfändete Gut Eueres Vaters bei uns zu Lehen. Nicht allen Schuldnern aber wird es ſo gut als Euch, daß ihre Pfandbriefe, ohne um ihren Werth eingelöſt zu ſein, wieder in ihre

v. Heeringen, der Kanfmann von Luzern. II.