Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Der junge Goldſchmied war ſonſt nicht abergläubiſch oder muthlos. In Würzburg, wo er gelernt hatte, galt er unter ſeinen Kameraden für einen unerſchrocke⸗ nen Burſchen, dem das Herz am rechten Fleck ſitze; aber heute war ihm doch ſonderbar zu Muth. Man hatte ihm vom Speſſart ſo mancherlei erzählt. Eine große Räuberbande ſollte dort ihr Weſen treiben, viele Reiſende waren in den letzten Wochen geplündert wor⸗ den, ja man ſprach ſogar von einigen gräulichen Mord⸗ geſchichten, die vor nicht langer Zeit dort vorgefallen ſeien. Da war ihm nun doch etwas bange für ſein Le⸗ ben, denn ſie waren ja nur zu Zwei und konnten gegen bewaffnete Räuber gar wenig ausrichten. Oft gereute es ihn, daß er dem Zirkelſchmied gefolgt war, noch eine Station zu gehen, ſtatt am Eingang des Waldes über Nacht zu bleiben.

Und wenn ich heute Nacht todt geſchlagen werde, und um Leben und Alles komme, was ich bei mir habe, ſo iſts nur Deine Schuld, Zirkelſchmied, denn Du haſt mich in den ſchrecklichen Wald hereingeſchwatzt.

Sei kein Haſenfuß, erwiderte der Andere,ein rechter Handwerksburſche ſoll eigentlich ſich gar nicht fürchten. Und was meinſt Du denn? Meinſt Du die Herren Räuber im Speſſart werden uns die Ehre an⸗ thun, uns zu überfallen und todt zu ſchlagen? Warum ſollten ſie ſich dieſe Mühe geben? Etwa wegen meines Sonntagsrocks, den ich im Ranzen habe, oder wegen des

Zehrpfennigs von einem Thaler? Da muß man ſchon mit Vieren fahren, in Gold und Seide gekleidet ſein wenn ſie es der Mühe werth finden, Einen todt zu ſchlagen.4

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