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habe es nicht thun wollen, aber vielleicht war es gut, daß dies alles ſo kommen mußte; nimm ſie hin!“
Mit großer Rührung umarmte der General den alten Mann, und indem Robert überraſcht und ſelig ſeine Braut, wir wiſſen nicht ob zum erſtenmal, an ſeine Lippen drückte, ſchüttelte der Gaſt aus der Mark, um nicht ganz theilnahmlos zu erſcheinen, dem alten Diener herzlich die Hand. Albert hat nachher erzählt, daß er in jenem feierlichen Augenblick, trotz ſeines in⸗ neren Widerſtrebens, gut napoleoniſch geſinnt geweſen ſei, und zum erſtenmal in ſeinem Leben jene Macht und überlegenheit gefühlt und anerkannt habe, die jener große Geiſt auf die Gemüther zu üben pflegte.
Er erzählte auch, daß der alte Thierberg jenen ſon⸗ derbaren Tauſch niemals bereut habe; er fand in ſeinem Schwiegerſohne Eigenſchaften, die er ihm nie zugetraut hatte, und als er ihn bei der Verwaltung der Güter ſeines Vaters mit Rath und That unterſtützte, lebte er im Glücke ſeiner Kinder die Tage ſeiner eigenen Ju⸗
gend wieder.
Von der Hochzeit des jungen Paares ſprach der Gaſt aus der Mark nicht gerne, man ſah ihm an, daß er lieber ſelbſt mit der liebenswürdigen Anna vor den Altar getreten wäre. Einen Zug aber aus dieſem glän⸗ zenden Tag pflegte er bei Wiederholung dieſer Geſchichte nie zu vergeſſen, vielleicht nur um jene ſchwärmeriſchen Anhänger Napoleons und ſeinen neubekehrten Oheim ins Komiſche zu ziehen. Der alte Gardiſt des Generals, erzählte er, habe alle Domeſtiken und einige junge Burſchen zum Viyatſchreien abgerichtet, und die ſchoͤne


