Teil eines Werkes 
4. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Ein häßliches Gemäuer nennen Sie dieſe alte Burg? rief der Gaſt.Kann man etwas Roman⸗ tiſcheres ſehen, als dieſe Thürme mit Epheu bewachſen, dieſen Thorweg mit den alten Wappen, dieſe Zug⸗ brücke, dieſe Wälle und Graben? Glaubt man nicht das Schloß von Bradwardine oder irgend ein anderes aus Scottiſchen Romanen zu ſehen? Erwartet man nicht, ein Sickingen, ein Gös werde uns jetzt eben aus dem Thore entgegentreten

Für diesmal höchſtens ein Thierberg, erwiderte das Fräulein lachend,und auch von dieſen ſpukt nur noch einer in den fatalen Mauern. Dergleichen Thürme und Zinnen liebe ich ungemein in einem Roman oder in Kupfer geſtochen, aber zwiſchen dieſen Mauern zu wohnen, ſo einſam, und Winters, wenn der Wind um dieſe Thürme heult und das Auge nichts Grünes mehr ſieht, als jenen Eppich dort am Thurm Vetter! mich friert ſchon jetzt wieder, wenn ich nur daran denke. Doch kommt, Herr Ritter, das Burgfräulein will Euch ſelbſt einführen.

Der düſtere, ſchattenreiche Hof, in welchen ſie tra⸗ ten, kühlte etwas die warme Begeiſterung des Gaſtes. Er ſah ſich flüchtig um, als ſie hindurchgingen, und bemerkte, daß der Platz für ein Tournier denn doch nicht groß genug geweſen ſein müſſe, erſchrak vor einem halb zerſtörten Thurm, deſſen Rudera drohend

über die Mauer hereinhingen, erſtaunte über den ſchar⸗

fen Zahn der Zeit, der in die dicke Mauer mächtige Riſſe genagt und dem Auge eine freie Ausſicht in das Thal hinab geöffnet hatte, und gab in ſeinem Herzen