Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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in Deinem Leben, Du haſt mich aus einem großen Jammer befreit.

Wenn ſich die Sache ſo verhält, ſagte der Direk⸗ tor,ſo ſind Sie frei, und wir haben in dieſer Sache nur mit gegenwärtigem Herrn Chevalier de Planto zu thun. Er wandte ſich um zu dem Bette; dort ſtand der Arzt und hielt die Hand des Mörders in der ſeini⸗ gen; er legte ſie ernſt und ruhig auf die Decke und drückte ihm die ſtarren Augen zu.Direktor, ſagte er,der macht es jetzt mit einem höhern Richter aus.

Man verſtand ihn; ſie gingen aus dem Gemach des furchtbaren Todten und traten drüben bei dem Kapellmeiſter, dem glücklichen, wiedergefundeuen Sohne

des Paſcha ein; die Sängerin verbarg ihr Geſicht an der Bruſt des Geliebten, ihre Thränen ſtrömten heftig, aber es waren die letzten, die ſie ihrem unglücklichen Schickſal weinte; denn der Paſcha ging lächelnd um das ſchöne Paar, er ſchien an einem großen Entſchluß zu arbeiten; er beſprach ſich heimlich mit dem Medici⸗ nalrath und trat von dieſem zu ſeinem Sohn und der Sängerin.Liebſte Mademoiſelle, ſprach er,ich habe Ihretwegen vieles ausgeſtanden, Sie haben mei⸗ nen Namen ſo verfänglich genannt, daß ich Sie bitte, ihn mit dem Ihrigen zu vertauſchen. Sie haben geſtern meinen Teller mit Punſch verſchmäht, werden Sie mich wieder zurückſtoßen, wenn ich Ihnen gegenwärti⸗ gen Herrn Karl Bolnau, meinen muſikaliſchen Sohn präſentire, mit der Bitte, ihn zu ehelichen?

Sie ſagte nicht nein; ſie küßte mit Freudenthränen 4

ſeine Hand; der Kapellmeiſter ſchloß ſie mit Entzücken