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jungen Kraͤnzen, drinnen aber verbarg ſich das Koͤſtlichere, und die Einwohner der Stadt be⸗ gruͤßten die bluͤhende Botſchaft der beſſeren Zeit mit frohen Blicken und jauchzendem Zuruf. Dann eilten Blumenfreunde herbei, und kauf⸗ ten ſeltene Aurikel und Hyazinthen, die Nie⸗ mand ſo zu ziehen verſtand, wie der Hofgaͤrt⸗ ner in Goldbrunn; weshalb ſich denn Viele die Freude verſagten, ihres Wachsthums mit eige⸗ ner Muͤhe zu warten, und ſie fruͤher zu haben, nur, um ſie ſpaͤter deſto ſchoͤner zu beſitzen. Da ſtanden ſie gereihet die Pracht⸗Exemplare des Hyazinthenflors, in reinlichen Toͤpfen, und
ihre Nahmen, den jede derſelben trug, waren
es oft, welche die Kaͤufer den Werth der ge⸗ nannten Perſon mit der Vorzuͤglichkeit der Blume, die ſie repraͤſentirte, verwechſeln lie⸗ ßen. Da ſtand Gellert in der Farbe ſeiner frommen Gluth, Henriette Sonntag in roſiger Anmuth, Pastore fido, blau, wie die Treue ſeiner ſchaͤferlichen Zaͤrtlichkeit, der Koͤnig Da⸗ vid, hochgelb, wie das lodernde Feuer ſeiner Geſaͤnge, Louiſe von Preußen, veilchenblau,
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