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Tante und Nichte
Entstehung
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nahm, ſorglich geſtellt, Orangerie ein, rei⸗ fende Fruͤchte wiegten ſich in der ſchaukelnden Fahrt, zwiſchen bergenden Blaͤttern, und da⸗ neben ließen ſpaͤte Bluͤthen ihren berauſchenden Duft der Spur des Weges.

Im Vordergrunde hatte Vertummnus feil. Da lagen Melonen, fein beſtrickt von der kuͤnſt⸗ lichen Natur, die vornehme Ananas, Reine Claude, ſanft angehaucht vom Athem des

Morgens, Aprikoſen, wie gehaͤuftes Gold,

Phirſiche, voll und roth, wie friſche Kinder⸗ wangen, und manch anderes ſuͤßes Labſal noch.

In der Mitte des Wagens aber prangte eine holde Blume, die Roſe der Schoͤnheit! Ein blondes Maͤdchen im vollen Reize der Ju⸗ gend, ſaß allein auf dem geraͤumigen Sitze. Kein nachbarliches Geſchwaͤtz, nur das Aroma der Umgebung, ſprach mit leiſer Betaͤubung das einſame ſchoͤne Kind an, welches jetzt mit truͤber Verwunderung die fremde, ſteaͤdtiſche Welt in das blaue Auge faßte. Ein ſchwarzes Band war die traurige Zierde des italiſchen Strehhuts, der dieſe deutſche Blondine halb