Druckschrift 
Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

383

nicht in die Stadt, und ängſte ſich heimlich ab, Oswald werde einmal in aller Stille davon ge⸗ hen; dies aber würde das Mädchen kaum über⸗ ſtehen. So erachtete Oswald ſein Bleiben als eine dankbare Pflicht, doch mit dem innern Vor⸗ behalt, daß er durch dieſe Pflicht nicht ſeine frü⸗ heren aufhöbe, vielmehr ſeine Rückkehr nur und Roſamunden für ſich.

An einem ſonnigen Tage des Februars, wo das letzte Eis ſchmolz und Ahnungen des Früh⸗ lings erwachten, kam wunderſam, wie durch eine Inſpiration der Natur, der Gedanke in ſeine Seele: es müſſe nun auch mit ihm brechen. Es ward ihm plötzlich klar, daß er zu lange ſchon verweilt, und er faßte einen raſchen Entſchluß. So wollte er auf der Stelle mit Sara ſprechen. Frau von Meyer, welche, nach Art allzugütiger Tanten, eitel war auf ihre ſchöne Nichte, und wenig zufrieden damit, daß Sara ſich ſo einfach trüge, hatte eine Menge Putzſachen zur Auswahl kommen laſſen, für die Zeit, wo die Trauer ab⸗ gelegt würde. Die Tiſche ſtanden voll Cartons, und ein indianiſcher, mit goldnen und ſeidnen