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Der Colibri und Die Ruine : zwei Erzählungen / von Henriette Hanke, geb. Arndt
Entstehung
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Bleibe ein wenig ſtehen, Kind! ſprach Ro⸗ ſamunde und hielt Schritt und Athem an:war es mir doch wirklich, als b ich Pferde ſchnauben hörte. 4

»Es iſt der Wind,⸗ antwortete das Mäd⸗ chen:»welcher durch die dürren Blätter rauſcht; die Luft weht ſtärker vor dem Sinken der Sonne. Und ſchon flammte ſie am Saume des Horizonts. Die Ruine glomm in ſafranfar⸗ bigem Glanz, das Moos ſchien grünliches Gold, das auf dem felſigen Grunde zerſtreuete Gerölle glich funkelnd einer Ausſaat von Edelſteinen. Das Fräulein immer leuchtender umfloſſen, ſtieg langſam aufwärts.Lache mich nur nicht aus, liebe Nina,⸗ſagte Roſamunde und hielt im Gehen inne: ves iſt mir ſchon ein paarmal vorgekommen, als ſpräche Jemand Oben.

»Der Platz iſt einſam,« antwortete Nina mit einem ſchwermüthigen Lächeln, vund ich glaube wir beſitzen ihn allein. Wenn aber die Saiten unſerer Seele ſo hoch geſpannt ſind: ſo wird das leiſeſte Lüftchen zu einem Ton. Ich finde jedoch, eine ahnungsvolle Stimmung iſt

Die Ruine. 16

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