Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

101

—

der Liebe, daß der Baronett ſie faſt verehrte, und ihre mißverſtandene Großmuth tadelte. Er wollte nichts davon hoͤren, daß Margrete ſich dem Schuze ſeines Hauſes entzoͤge; Lady Syd⸗ ney, ſagte er, habe keine Geſellſchaft, und welche Andere koͤnnte dieſer ſo werth ſeyn, als Margrete, moͤgte ſie auf dem Lande bleiben, oder zum Beſuche nach London kommen.

Ein eigenthuͤmlicher, faſt wunderartiger Zau⸗ ber umgab Margrete, eine Gewalt, durch welche ſie Aufmerkſamkeit gebot; Baſil empfand ihren Einfluß, ohne ihr Daſeyn zu kennen. Vergebens war ſie fruͤher gegen ihn angewandt, ſo lange ein Weſen zugegen war, das er ihr unendlich uͤberlegen ſchaͤzte; doch ging die Sonne unter, ſo gewahren und wuͤrdigen wir des Mondes Schoͤnheit. Margrete vermied Alles, was an Roſalinde erinnern konnte; die Geſaͤn⸗ ge, welche ſie miteinander vorgetragen hatten, durften nicht laut werden. Roſalindens Anzug war immer hell und heiter geweſen, wie ihr natuͤrliches Weſen; Margrete ſtudierte das Duͤ⸗ ſtere und Eindruckgebietende. Diamanten er⸗ glaͤnzten auf ihrer Stirn,— keine Perlen;— ungemein ſchoͤn ſpielte ſie ihre Harfe in ſchwer⸗ muͤthigen Muſikſtuͤcken— in ſolchen, die beſaͤnfe