Teil eines Werkes 
3. Bd. (1836)
Entstehung
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3 ſie dem Geſchmacke jener Zeit gemaͤß, gleich ei⸗ ner Hollaͤndiſchen Marktjungfer gekleidet war, und nicht mehr das Kleid einer Straßentaͤnze⸗ rin trug, gewahrte man doch an einigen Merk⸗

malen, daß ſie ihr altes Gewerbe fortſezte,

halb Taͤnzerin, halb Schauſpielerin und ach! eine ganz Trauernde war. Ihr Haar war dicht um den Kopf mit ſchwarzem Bande

feſtgebunden, ihre Arme waren mit fuͤnf oder

ſechs Ringeln von ſchwarzem Seidenzeuge um⸗ wickelt; ihre Augen waren truͤbe, und ihr Arm, der auf einer Lehne der Bank ruhete, ſtuzte ihr ſchweres, ſchmerzendes Haupt. Schmerz mogte ſie wohl empfinden ihr Kind war todt. Es iſt eine wunderbare, aber hoͤchſt weiſe Anordnung des Allmaͤchtigen, daß eines Weibes Geiſteskrankheit, die Liehe zu ih⸗ rem Geborenen nicht ſchwaͤcht. Oft ſahen wir merkwuͤrdige Beiſpiele der maͤchtigen Liebe, welche Bloͤdſinnige fuͤr ihre Kinder hegen; Ci⸗ gely, obgleich nicht eigentlich bloͤdſinnig, war doch ſo eitlen und ſchwachen Sinnvermoͤgens, daß man ſie kaum fuͤr ein zurechnungsfaͤhiges Geſchoͤpf halten konnte. Ihr ganzes Ausſehen, als ſie mit geſtuͤztem Kopfe hier lehnte, war ſo ſanft, ſo kindlich, daß ſie einem Maler haͤtte