Druckschrift 
Sigismund Forster / von Ida Gräfin Hahn-Hahn
Entstehung
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und Kirchſtraßenecke fort. Es war eine feuchte, kalte März⸗ nacht. Durch die halb mit Schnee, halb mit Nebel gefüllte Luft ſchimmerten die Laternen der drei Wagen roth und trübe wie Trauerfackeln. Gegen Morgen kamen ſie im Gehölz von Dannenwalde auf der mecklenburgiſchen Grenze an. Sigis⸗ mund ſtieg zu Tosca in den Wagen, um ſie zu beſchwören, nach dem Gaſthaus des Dorfes zu fahren.

Nein! ſagte ſie,ich bleibe Dir ſo nah ich kann.

Sie war weiß, kalt, feſt wie Marmor. Es war ein fürchterlicher Abſchied zwiſchen ihnen.

Dann verließ er ſie. Tosca ließ die Fenſter ihres Wa⸗ gens herauf, und die Stores herunter, und kniete nieder. Gott allein weiß, ob ſie gebetet haben mag.

Es fiel ein Schuß.

Sigismund! ſchrie Tosca.

Es fiel kein zweiter. Die Aerzte und Sekundanten brach⸗ ten Sigismund getragen. Ignaz fuhr mit Courierpferden gen Hamburg; ſeine Kugel hatte Sigismund dicht über dem Herzen getroffen. Die geringſte Bewegung und er mußte ſterben.

Unrettbar? fragte Tosca.

Die Aerzte ſchwiegen.

Tosca! rief Sigismund, richtete ſich auf und ſtreckte die Arme nach ihr aus.

Sie umſchlang ihn und küßte ihn; ſo ſtarb er.

Drei Tage und drei Nächte wachte ſie neben der geliebten Leiche; dann ließ ſie auf dem Gottesacker zu Dannenwalde ſie beſtatten. Als Erde den Sarg bedeckte, der Alles umfing, was ſie je geliebt hatte, ſagte ſie: