„Nun, ſo hab' ich die Hofnung, daß er der Ueberlebende ſein wird,“ ſagte Tosca ruhig mit einem Blick voll unüber⸗ windlichem Haß auf Ignaz.
„Lieben Sie ihn ſo ſehr?“
„Ja!“ ſprach ſie triumphirend.
„Und Sie werden ihn heirathen?“
„Ja.
„Und das ſagen Sie— Sie in der erſten, tiefen Witt⸗ wentrauer um den kaumverſtorbenen edlen Gemal?“
„Warum fragen Sie mich?“ ſagte ſie ſtolz;„ich habe es bis zu dieſem Moment mir ſelbſt noch nicht geſagt.“
„Und kennt er Ihr Herz?“
„Ich hoffe es.“
„Gut, gut!“ ſprach Ignaz gelaſſen;„dies Alles iſt im glücklichen Fall meines Todes. Aber ich habe den erſten Schuß, meine ſchöne Tante, und Sie wiſſen, wie ich treffe.“
„Ignaz!“ ſchrie ſie und fiel auf die Knie.
„Ein Mittel giebt's,“ ſprach er und hob Tosca gelaſſen auf,„und ich würde bereit zur Verſöhnung, zu jeder Art von Ausgleichung auf friedlichem Wege ſein. Nur meine Liebe zu Ihnen, Tosca, giebt es mir ein: verſprechen Sie mir Ihre Hand...— 4
„Ihnen?“ ſagte ſie gedankenlos.
„Dann retten Sie ihn und machen mich glücklich.“
„Dann rette ich ſeinen Leib und tödte ſein Herz. Nein, nein, und abermals nein!“ ſprach ſie beſtimmt.
„Sein Blut über Sie!“ ſagte Ignaz feierlich.


