Teil eines Werkes 
9. Bd. (1828)
Entstehung
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Moradbak. 319

Als Moradbak dieſe Geſchichte beendigt hatte,

ſagte der Sultan, der ſtaͤts ſehr munter geſchienen, obgleich er an einigen Stellen wohl haͤtte einſchlafen koͤnnen: Ich bin ziemlich zufrieden mit deiner Erzaͤhlung; ſie hat mich zwar nicht eingeſchlaͤfert, aber ſie hat mich vergnuͤgt; und ich glaube, daß das Vergnuͤgen ein noch beſſeres Mittel gegen mein Uebel iſt, als der Schlaf. Ich muß dir indeſſen ſagen, daß es ein gro⸗ ßes Gluͤck war, daß Kemßerai eine Schweſter hatte; und daß die Prinzeſſinn Gefahr lief, Jungfrau zu blei⸗ ben, wenn ſie nur einen Mann haͤtte heirathen ſollen, der gegen die Verſuchung unempfindlich geweſen waͤre. Ich zweifle ſogar, daß ein Mann, der ſich dermaßen haͤtte beherrſchen koͤnnen, jemals ein guter Ehemann geworden waͤre.

Nachdem Huͤddſchadſch der ſchoͤnen Moradbak ei⸗ nen Wink gegeben, ſich zu entfernen, und befohlen hatte, morgen wieder zu kommen, gehorchte ſie, und erzaͤhlte ihm die folgende Geſchichte.