Der fahrende Ritter. 297
Jammer mein einziger Troſt geweſen ſind, ſo kann ich mir uͤber meine zu große Vorliebe fuͤr dieſelben keine Vorwuͤrfe machen: ich uͤberlaße ſie euch alſo mit Ver⸗ gnuͤgen.“
Der Fuͤrſtinn wurde nun aus ihren ſchoͤnen Haa⸗ ren ein Geflecht in Geſtalt eines Diadems, mit Perlen und Rubinen geſchmuͤckt, um das Haupt gelegt; und zwei andere Flechten fielen ihr auf dem Ruͤcken bis uͤber die Huͤften hinab..
Kaum war ſie angekleidet, als Bediente eintraten und meldeten, daß aufgetragen waͤre.
Habib nahm ſie bei der Hand, und fuͤhrte ſie hin; ſie lud die liebenswuͤrdigen Meerfraͤulein ein, mit ihr zu ſpeiſen: und ſo befand ſich der Arabiſche Ritter zum erſtenmale mit Frauen am Tiſche; und zum erſtenmale, ſeit ſechs Monaten, einem Mahle gegenuͤber, welches nicht das abgenoͤthigte Werk ſeiner eigenen oder frem⸗ der Erfindung war. Man hatte in den Kuͤchen und Speiſekammern Niſabiks alles Erforderliche gefunden.
Die Fuͤrſtinn mit den ſchoͤnen Haaren war jung, wohlgeſtalt und vollkommen ſchoͤn. Ueberdieß athmeten ihre feurigen Blicke eine anziehende Sehnſucht; und ein Herz, das noch nicht eingenommen geweſen waͤre, wuͤrde leicht fuͤr ſie leidenſchaftlich entbrannt ſein: niemand aber konnte ſich der Theilnahme erwehren, welche ihre Perſon und ihr Ungluͤck einfloͤßen mußten. Habib warf herzliche Blicke auf ſie. Ilſaide belauſchte ſie unwill⸗


