Simuſtapha und Ilſetilſone. 3
aber du verhehlſt mir die Uebertretungen derſelben, die mehr als einmal geſchehen ſind. Die Uebelſtaͤnde anlangend, welche aus der von mir beabſichtigten Verbindung hervorgehen koͤnnten, ſo werde ich meine Nachkommen ſchon davor zu bewahren wiſſen. Und weil dir doch der Inhalt unſerer alten Urkunden gegen⸗ waͤrtig iſt, ſo ſage mir, ob darin nicht auch eines noch heiligeren Geſetzes gedacht wird, als das von dir angefuͤhrte iſt?“
„Weiſe Koͤniginn,“ erwiederte der Geiſt,„erlaß mir, es dir herzuſagen; es wuͤrde fuͤr dich ein ver⸗ drießliches Hindernis ſein: Unwiſſenheit des Geſetzes kann demjenigen zur Entſchuldigung dienen, der es verletzt hat.“
„Ich will es wiſſen,“ ſprach Setelpedur;„Unwiſ⸗ ſenheit entwuͤrdigt die Geiſter. Die Geſetze ſollen allen bekannt ſein, weil es meine Pflicht iſt, die Ausuͤbung derſelben zu handhaben, und ich befehle dir, jenes Geſetz herzuſagen.“
„Ein Geiſt darf ſeine Hand nur einer Jungfrau geben,“ ſagte hierauf Bahlisbull;„und ein Ehemann kann nicht euer Gemahl wer⸗ den, ohne den Verluſt aller eurer Vorrechte und eurer Macht.“


