Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Im Norden. 293

Dörfer erſcheinen als Seltenheiten und das Einzige, was der Reiſende vielleicht mit Intereſſe betrachtet, iſt das Leben auf der Straße ſelbſt. Hier freilich taucht alle Augenblicke etwas Neues auf, unzählige Waarenzüge, die mit uns in derſelben Richtung gehen oder uns begegnen. Namentlich bilden die Wagen der Fuhrleute, die in's Innere ziehen, große lange Karawanen. Sie führen weſteuropäiſche Waa⸗ ren, italieniſche Früchte, franzöſiſche Bücher und Bijouterien, engliſche Tücher und deutſche Linnenwaaren nach Moskau und weiter hinein. Leichte Troiken, oder ſchwere Vier⸗ und Sechsſpänner kreuzen dieſe Züge, oder jagen raſſelnd und glockenklingelnd an ihnen vorüber.

Wir erreichen Novgorod, zu beiden Seiten der Wolchon liegend, und finden hier die Umgegend noch öder und wüſter als bei Petersburg, eine völlig ebene Fläche ohne Hügel und Wald.

Die Fürſtin ſchien dieſe Gegend nicht mehr ſo recht im Gedächtniß zu haben und war ſelbſt überraſcht von dem Mangel aller landſchaftlichen Schönheit. Madame Bauvallet meinte, der Wolthonski⸗Wald habe ſich das ſo recht als Relief arrangirt und müſſe darauf nothwendig als ein klei⸗ nes Paradies erſcheinen. Eliſe betrachtete und träumte.

Unmerklich ſteigt das Land hinter Novgorod empor; ja ſo leiſe und ohne Uebergänge, daß man wie im Traume dahinrollend die Gegend mit jedem Schritte mehr verändert findet, ohne ſich eigentlich Rechenſchaft geben zu können, wo⸗

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