Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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Zwölftes Kapitel.

die Hand ſanft von der Stirne entfernte, ihn fragend, was ihm fehle, womit er ſeinen Geiſt beſchäftige? ſo mochte und konnte er nicht die richtige Antwort geben, und wenn ſie gar zu ſehr in ihn drang, zeigte er trübe lächelnd durch das Fenſter nach Süden auf die fernen blauen Berge und ſagte:Ich möchte wiſſen, was dahinter liegt.

Es war aber nichts leichter als das zu erforſchen. Hatte doch die Fürſtin ihrem unruhigen Temperamente nach ſchon viel zu lange ohne Abwechslung an einem und demſelben Orte gewohnt, drängte es ſie doch auch wieder in die Welt hinaus. Wenn es alſo kein anderer Grund war, der zu⸗ weilen ſeine Stirn furchte und ihn finſter blicken und träu⸗ men ließ, ſo konnten ſeine Wünſche mit Leichtigkeit erfüllt werden. Oft hatte ſie in ihrem Innern gezittert, wenn ſie ſein Auge umflort ſah, ſeine zuſammengepreßten Lippen bemerkte, wenn ſie dachte, der Tannhäuſer könne nach völ⸗ liger Freiheit verlangen, ihm werde es zu ſchwül in ihrem Palaſte, er ſehne ſich vielleicht nach friſchem Grün und Waldeinſamkeit, nach Kräuterduft und Wellengerieſel er ſehne ſich vielleicht anderswohin. Das hätte ſie nicht er⸗

tragen können jetzt noch nicht.

fuhren an einem ſchönen Morgen die Reiſewagen r, das Haus wurde geſchloſſen und blieb zurück unter der Obhut eines einzigen Dieners. Die Leute auf der Straße

blickten der vierſpännigen Equipage nach, die mit blaſendem

Poſtillon dahinrollte zu einer Eiſenbahnſtation wenige

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