Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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Straßenwanderung. 13

tation davon. Aber hie und da an den Fenſtern erſcheinen Köpfe, meiſtens weibliche, friſirte und unfriſirte, um ihm lächelnd nachzuſchauen. Aber die Art dieſes Lachens iſt ſo verſchieden, wie die Lacherinnen ſelbſt und ihre Toilette, und luſtig oder hämiſch, ſpöttiſch oder boshaft, ganz dar⸗ nach, ob ſich das dichte volle Haar in zierlichen Buckeln und Locken zeigt, oder ſich unter einem grauen Tuche ver⸗ birgt, oder ob der Buſen rund und voll ein ſeidenes Kleid hebt oder gänzlich unſichtbar iſt unter einem wollenen, bunt⸗ karrirten Umſchlagtuch.

Außerordentlich belebt iſt dieſe Straße, dieſes Stadt⸗ viertel. Wenn man alle die vielen glänzenden Reiter ſieht, meiſtens junge Offiziere, wie ſie lorgnettirend und höchſt eigenthümliche Bewegungen mit der Reitpeitſche machend, hin und her caracolliren, ſo könnte man zu dem Glauben kommen, das Galoppiren auf dem Pflaſter ſei für Vieh und Menſchen ein außerordentliches Vergnügen. Aber neben dieſen Berittenen, die von ihren vielen Freiſtunden ein paar hier oft ohne allen Nutzen vertrödeln, ſieht man auch ganz ſonderbare Fußgänger, alte und junge Herren, hier, um Aufſehen zu erregen ſich inmitten der Straße hal⸗ tend, dort wie ſcheu und verſtohlen an den Häuſern hin⸗ ſchleichend. Neben ihnen ſchlendern Lakaien dahin, laut Adreſſen austauſchend, in den Händen kleine Billets, die in gar keinem Verhältniß ſtehen zu den koloſſalen Blu⸗ menbouquets, denen ſie als Begleitſchein dienen. Auch