Teil eines Werkes 
1. Bd. (1850)
Entstehung
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rief Anne Marie,„nahe über drei Jahre kommt dein Freiersmann. Aber eins bitt ich mir aus,“ ſetzte ſie hinzu,„wenn ich Deine Brautjungfer werden ſoll, ſo muß Dein Bräutigam erſt den garſtigen Bart abſchnei⸗ den. Pfui, der iſt mir unausſtehlich! befiehl ihm, er ſoll ihn herunter ſchneiden.“—

„Ach, Anne Marie,“ entgegnete Sibylle,„ſchwätz doch nicht ſo dummes Zeug. Was geht mich der Dok⸗ tor Burbus und ſein Bart an? Dann glaube ich auch,“ ſetzte ſie leiſer hinzu,„er läßt ihn meiner Schweſter Elsbeth zu Liebe ſtehen;“ eine Bemerkung, die von der Andern mit einem äußerſt ungläubigen und lauten La⸗ chen beantwortet wurde.

Der Doktor hatte dieſer Unterredung mit großer Auf⸗ merkſamkeit zugehört. Er war ſichtlich ernſter geworden, und bei der Aeußerung, er laſſe der Elsbeth zu Liebe ſeinen Bart ſtehen, fuhr ein ungläubiges Lächeln über ſein Geſicht. Ich wollte durchaus die beiden Mädchen überraſchen und ſie tüchtig auslachen, doch ließ es der Doktor nicht zu und bat mich, mit ihm in's Dorf zu⸗ rückzukehren..

Am Abend nun war großes Tanzvergnügen. Der Tanzplatz war das mächtig große Wirthszimmer der Dorfſchenke, wo es natürlicherweiſe ſo enge herging, daß namentlich beim Walzen die ganze Geſellſchaft nicht von der Stelle kam, ſondern ſich jedes Paar wie ein Kreiſel