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weicherem Tone geſprochenen Worte nicht im Stande, als ſie ſagte:„Es war mir eine Beruhigung, Ihren Zuſtand minder gefährlich zu wiſſen, als ich ihn mir ge⸗ dacht.“
„Nun, er iſt immer noch ſchlimm genug,“ ſtöhnte er,„und ich bedarf dringend Deiner Hülfe.“
„Deßhalb kam ich— weiß aber nicht, ob ich blei⸗ ben kann— hier bleiben kann?“
„Allerdings kannſt Du hier bleiben, Ellen, mein Arzt und freundlicher Wirth i*ſt ein vortrefflicher Jung⸗ geſelle, der die Welt kennt.“
Roſenthal ſagte das in einem ſo gleichgültigen Tone, daß das arme Mädchen unwillkürkich einen Schritt zurück⸗ trat, ehe ſie ſagte:
„Ich hoffe nicht, daß Ihr Arzt und freundlicher Wirth ſo auf meine Ankunft vorbereitet worden iſt.“
„Das war ja unmöglich, Ellen, ich wußte ja nicht, daß Du kommen würdeſt.“
„So werden Sie es alſo auch für gut finden, daß ich mich dem Arzte als Ihre Schweſter vorſtellen ließ.“
„Eine ganz gute Idee, ich werde mir dieſe Ko⸗ mödie recht gern gefallen laſſen.“ Er ſprach das in ſeiner leichtſinnigen Art und Weiſe, ohne zu bedenken, wie tief ſeine Worte das unglückliche Mädchen ver⸗ letzen mußten, und als er dieß an einem ſchmerzlichen


