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Diſtanzen abzuſchreiten. Hier grüßte er Herrn von Mittow, ſowie auch den Grafen auf's Verbindlichſte, und warf dann einen Blick auf die weiße Landſchaft rings umher. Vor ihm lag der kleine See, der am Uferrand dicht mit Schilf bewachſen war, in welchem man die Waſſervögel ſchreien hörte. Die Luft war ſo klar, daß man jede über den Uferrand hervorragende Binſe auf's Schärfſte an dem leuchtenden Abendhimmel abgebildet ſah, und dabei herrſchte im Weſten, wo die Sonne im Begriff war, am Horizonte hinabzutauchen, eine ſolch' intenſive Glut, und warf einen ſolchen Strom von Lichtglanz her⸗ über, daß ſelbſt das ſcharfe Auge Roſenthal's geblendet wurde, und er ſich gen Oſten wandte, wo in dieſem Augenblicke in einem trüben, grauen Dunſtſtreifen der volle Mond emporſtieg, wie eine rieſenhafte und matt glühende Kugel anzuſchauen.
„Ah, mein Freund, Du kommſt zur rechten Zeit,“ ſagte Roſenthal, mit einem innigen Blicke dorthin ſchauend, wandte ſich aber gleich darauf gegen den Grafen Wieneck, der an ihn herantretend mit großer Höflichkeit ſagte: „Herr Weßner und ich ſind übereingekommen, noch zwei Minuten zu warten, bis die Sonne untergegangen iſt; es iſt uns beim beſten Willen unmöglich, bei dieſem Glanze das Licht unparteiiſch zu vertheilen.“
„Ganz meine Anſicht, Herr Graf!“


