Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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2 Zwanzigſtes Kapitel.

oder irgend etwas herauszunehmen, das man häufig mit einem ſchmerzlichen Lächeln betrachtet.

So erging es Welden, welcher, tief in der Nacht vor ſeinem Schreibtiſche ſitzend, eine Schublade deſſelben ge⸗ öffnet hatte und nach allerlei Gleichgültigem, was er in ihr liegen ließ, eine vertrocknete Roſe hervornahm und beim Anblicke derſelben an einen heiteren Frühlingstag des vergangenen Jahres dachte, wo er dieſe Roſe während eines Spieles als Zeichen oder Pfand für irgend etwas Unbedeutendes von Lucy von Rivola erhalten. Es war das in dem Parke hinter Eichenwald geweſen, und das liebliche Mädchen hatte dieſe eben aufgeblühte Roſe, ſo ganz ihr Ebenbild, aus ihrem Haar gezogen und ihm mit einem freundlichen Blicke dargereicht.

Kun war das Pfand vertrocknet, aber das Bild der Geberin ſtand mit glühenden Farben ſo friſch und lebendig vor ihm, daß er ſich nicht enthalten konnte, die Roſe wiederholt an ſeine Lippen zu drücken und dazu mit leiſem, innigem Tone zu ſprechen:O, wäre ich im Stande, da⸗ mit deinem reinen, warmen Herzen einen freundlichen Gruß zu ſagen vielleicht den letzten, und wohl zu meinem Glücke, wenn es der letzte wäre!

Dabei erinnerte er ſich der Zeichnung, welche er vor kurzem gemacht: die Felsſchlucht mit dem Waſſerfalle und

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