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Bilder aus dem Leben / von F. W. Hackländer
Entstehung
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Fühle, daß aus meinem Herzen Alle Ruhe iſt verſchwunden, Daß im hellen Mondenſcheine Friſcher bluten ſeine Wunden.

Und es fließen meine Thränen Bei dem bleichen Mondenſcheine; Denn er iſt ſo bleich wie damals, Als ſie ſprach: ſie ſei die meine.

Am Strande.

1841.

In heller, wundervoller Abendſtunde

Saß ich im deutſchen Land mit den Genoſſen Beim Wein, und treue deutſche Lieder floſſen Aus unſern Herzen und aus unſerm Munde. Dann waren Wald und Thal mit uns im Bunde Und wiederholten freudig unſre Lieder,

Und heller ſchien der Mond auf uns hernieder, Wenn ſo wir jubelten aus Herzensgrunde.

Das deutſche Lied hat nimmer uns verlaſſen,

'S war unſer Lieb und ging auf allen Wegen Mit uns, durch Sonnenſchein, durch Schnee und Regen, Durch weite Thäler und durch enge Gaſſen;

So weit der Fuß betrat die deutſche Erde

Stets aufgeräumt mit fröhlicher Geberde.