Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Ja, Herr von Fernow war glücklich und gedachte gern derer, die es minder waren; deßhalb vergaß er auch ſpäter nicht jenes Mannes, den er Abends auf der Terraſſe des Schloßgar⸗ tens gefunden, und mit welchem er ſich über Leuchtkäfer unter⸗ halten. Er verſchaffte dem wackern Künſtler die gute Stelle eines Auſſehers des herzoglichen Kupferſtichkabinets, und als dies Heinrich Böhler ſeiner Mutter mittheilte, und Beide hierauf zur Wittwe Weiher hinabſtiegen, um ſie von dieſem Glück in Kenntniß zu ſetzen, da machte Frau Weiher dem ehe⸗ maligen Photographen zum erſten Mal einen tiefen Knix. Roſa aber warf ſich an die Bruſt ihres Bräutigams und ſagte ihm unter vielen andern Dingen:Weißt du noch, Heinrich, wie du an jenem Abend mit kummervollem Herzen in den Schloßgarten liefeſt und jenen Herrn trafſt, von dem du mir ſagteſt, er ſei ſo freundlich für dich geweſen, und dem wir jetzt Alles verdanken?

Ja, das war ein ſegensreicher Augenblick, fuhr das junge Mädchen fort, indem ſie innig und herzlich in die Augen des Mannes ſchaute, den ſie liebte.Es war jener Augen⸗ blick, von dem wir nimmer geglaubt, daß er auch uns zinmal erſcheinen werde, und von dem deine Mutter doch

oftmals geſagt, daß er wenigſtens einmal in jedem Men⸗

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ſchenleben einträte, der Augenblick des Glücks. Was nun Herrn Krimpf anbelangte, ſo hatte ihm

Heinrich Böhler den ganzen Photographen⸗Apparat über⸗ laſſen, und der kleine Maler half ſich damit fort, wenn

beſchließt vielleicht langweilig. 223