Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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beſchließt vielleicht langweilig.

Ich nicht, aber ich befürchte, jenes arme junge Mäd⸗ chen hat in ihrer Zuneigung für mich die Sache ernſthafter 3 genommen, als mir lieb iſt.

Darüber kannſt du dich vollkommen beruhigen, ent⸗ gegnete der Major, indem er ſich Mühe gab, nicht laut hinauszulachen.Aus der allerbeſten Quelle weiß ich, daß ſie ſich über deinen Verluſt vollkommen getröſtet und im Begriff ſteht, ſich mit einer älteren Liebe zu verheirathen. Ich kann dich auch verſichern, daß ich mich der jungen Leute annehmen und alles Mögliche zu ihrem ferneren Fort⸗ kommen thun werde.

Dieſes Verſprechen ſchien dem neuen Legationsrath eine

L Centnerlaſt vom Herzen zu nehmen, und es war in der

That komiſch anzuſehen, wie er mit einer affektirten Rüh⸗

rung ſeine beiden Hände zum Wagenſchlag hinausſtreckte,

um die Rechte des Freundes nochmals zu drücken.

Nun aber mache, daß du fortkommſt! rief dieſer, du ſollteſt ſchon um ſieben Uhr abreiſen, ich will deine Freundſchaft für mich nicht mißbrauchen. Leb wohl!

Leb wohl, lieber Fernow! und denke mein bei dei⸗ nem nächſten Augenblicke des Glücks.

Dahin rollte der Wagen, der Major blickte ihm ein paar Minuten lang nach, dann wandte er ſein Pferd, nicht um nach der Stadt zurückzukehren, ſondern um in einem ani⸗ mirten Jagdgalopp die Straße nach Eſchenburg zu verfolgen. Was mochte er dort ſuchen? Ahl gewiß jene Equi⸗