Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Ein freundſchaftliches Souper. 24 ein reiſender Kaufmann, das iſt jener Offizier vom Gefolge des Regenten.

Der Major hatte ſein Glas ausgetrunken und ſchenkte ſich und ſeinem Vis-à-vis ein.Alſo Sie ſind Lithograph? ſagte er nach einem augenblicklichen Stillſchweigen,liefern auch Portraits? Das trifft ſich gut. Ich habe einen kleinen Auftrag in dieſer Richtung, und wenn Sie mir Ihre Adreſſe geben wollen, ſo werde ich mir erlauben, Sie morgen zu beſuchen.

Eine Viſitenkarte beſitze ich nicht, ſprach lächelnd Herr Krimpf,kann aber meine Adreſſe auf ein Stückchen Papier ſchreiben. Der Speiſezettel iſt überflüſſig groß, einen Bleiſtift hab' ich bei der Hand; das iſt gleich geſchehen. Er riß ein Stück Papier herunter, ſchrieb einige Worte darauf und übergab den Zettel. Herr von Fernow las: Maier, Lithograph, Roſengaſſe Nro. 86.

Sie haben in Ihrem Geſchäft viel zu thun? fragte Fernow nach einer kleinen Pauſe.

O ja, erwiderte Herr Krimpf,ſo ziemlich, bald wenig, bald viel. Man ſchlägt ſich durch und lebt von einem Tag zum andern, ſo gut es gehen mag.

Und hatten Sie Luſt zu Ihrem Geſchäft, haben Sie es aus Liebhaberei ergriffen?

Wie Sie mich da ſehen, ſprach Herr Krimpf, und ein Schatten flog über ſeine Züge,ſo mußte ich ein Ge⸗ ſchäft ergreifen, dem mein ſchwacher krüppelhafter Körper