Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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* 240 Elftes Kapitel.

Aller Anfang iſt ſchwer, und wenn ich auch nicht viel zu thun hatte, ſo wurden doch meine Bilder gelobt, und ich konnte hoffen, nach und nach bekannt zu werden. Das iſt eigentlich Nebenſache, fuhr er nach einem augenblicklichen 3 Stillſchweigen fort;Nebenſache in der Angelegenheit, in welcher ich Ihren Rath zu hören wünſchte; und doch ge⸗ hört es wieder dazu, denn ich ernährte mit meinen photo⸗ graphiſchen Arbeiten nicht nur meine alte Mutter, ſondern hoffte auch

Ah!l ich verſtehe, ſagte Herr von Fernow, der ſehr aufmerkſam zuhörte,das Mädchen, welches Sie liebten, hoffte ſehnlich auf Vergrößerung Ihrer Kundſchaft.

Ich glaube, daß ſie darauf hoffte, fuhr der Andere mit ſchmerzlicher Selbſtüberwindung fortbis nun ja, rief er faſt heftig,bis ſie ſich eines Andern beſann, und glauben mochte, ſie ſei zu gut und ſchön, um die Frau eines armen Photographen zu werden!

So knüpfte ſie ein anderes Verhältniß an?

Ja, antwortete der junge Mann nach einer Pauſe, während welcher er mit ſich ſelbſt zu kämpfen ſchien,

ob er weiter ſprechen ſolle;ja ſie iſt wenigſtens im Begriff eines anzuknüpfen, und das möchte ich hindern, wenn es irgend in meiner Macht ſtände. Herr von Fernow ſah ſich in einer eigenthümlichen Lage. Er hatte es mit einem Verliebten, einem Eiferſüchti⸗ gen zu thun, und wußte wohl, wie ſchwer es bei ſolchen

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