beginnt langweilig 21 freundlicher und behaglicher ausſah; hier drang zu den gro⸗ ßen Fenſtern die Nachmittagsſonne herein, vergoldete und be⸗ lebte Alles und munterte ſelbſt den ſchweren Staub in den
Zimmern zur Luſtigkeit auf; denn, wo ein dünner Sonnen⸗
ſtrahl ſchief zu einer Oeffnung hereinſiel, da tanzten Millio⸗ nen von Staubatomen vergnügt durch einander. Hier hingen auch in einer langen Gallerie die Ahnen des Herrſcherhauſes, und die glänzenden Streiflichter machten ſich ein Vergnügen daraus, die alten, ernſten Herren auf eigenthümliche Art zu karrikiren. Dort brannte ein heller Fleck auf den dunkeln Wangen des Kriegsmanns, hier war ein Geſicht zur Hälfte ſcharf beleuchtet und ſchien dadurch auf einer Seite zu lächeln. Dort ſah man nur einen glänzenden Kopf, wie in dunklem Beiwerk ſchwebend, und in einer Ecke gegenüber bemerkte man einen hellen, funkelnden Harniſch. Das Haupt aber lag ſo im Schatten, daß der alte, ehrwürdige Fürſt völlig kopflos erſchien. Die beiden dienſtthuenden Herren näherten ſich jetzt der Thür des Speiſeſaals, welche ſich, trotz ihrer geräuſchloſen Schritte, und wie von ſelbſt ihnen öffnete. Doch muß der ge⸗ neigte Leſer nicht an Zauberei glauben; wie anderswo überall, befinden ſich auch hier in den Thüren Schlüſſ ellöcher, welche von den betreffenden Lakaien aufs Emſigſte benutzt werden, um die Annäherung irgend einer wichtigen Perſon zu erſpähen. Es iſt das namentlich in bedeutſamen Augenblicken wie ein gut einge⸗
richteter Telegraphendienſt; an beiden Seiten des betreffinden
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