Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Erſtes Kapitel

Langeweile, wenn uns das Krankenzimmer nicht losläßt,

wenn draußen alles blüht und duftet, und wenn wir, wie

der Bär in ſeinem Käfig, täglich vierhundertmal den Teppich von rechts nach links, und dann wieder von links nach rechts mit unſeren Schritten meſſen; wir haben eine tödtliche Langeweile, eine ingrimmige, die mit den gefähr⸗ lichſten Symptomen auftritt und ſich vom krampfhaften Hän⸗ deballen bis zu allerlei Schrecklichem ſteigern kann, die furchtbare Langeweile nämlich, die uns eine dicke, gemüth⸗ liche, bekannte Dame verurſacht, welcher wir auf der Straße begegnen, die uns aufhält, und mit ihrem fetten, ſtrahlen⸗ den Geſichte anlächelt, gerade an der Ecke, wo wenige Schritte vor uns die unbekannte Dame verſchwand, der wir durch die halbe Stadt folgten. Da ſtehen wir, an⸗ gefeſſelt voll Kummer und Wuth. Es gibt eine ſanfte Langeweile, wenn du in der Ecke des Wagens lehnſt, halb

ſchlummernd in den weichen Kiſſen, eine Langeweile, die mit 5

leichten Fäden hinübergreift in das Reich der Träume, eine ſüße Langeweile, eine Langeweile, welche ſo geneigt iſt, dir ſchöne Bilder längſt entſchwundener Tage lebendig vor die Seele zu zaubern. Es gibt eine einfache, zweifache, dreifache und vielfache Langeweile. Du kannſt dich mit ei⸗ nem Dutzend langweiliger Geſellen auf's Gründlichſte lang⸗ weilen. Du kannſt dich zu Dreien langweilen, aber außer⸗ urdentlich kannſt du dich zu Zweien langweilen, und eine ſolche Langeweile zu Zweien kann unter Umſtänden die