Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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320 Der Künſtlerhof von Granada.

aber auch Anderes erklingt in mir, wenn ich da oben ſitze an dem erfriſchenden Waſſer unter der Lorbeerhalle, wenn es um mich her ſprudelt, ſchäumt, leuchtet und ſchimmert, klingt und duftet, dann denke ich, wie glücklich ich ſelbſt geworden bin, wie ſelig in Deiner Liebe, mein Arthur!

Ja, glücklich geworden und Andere glücklich gemacht, ſprach Roderich, der mit Conchitta leiſe näher getreten warwie hat ſich für uns Alles ſo unausſprechlich und ſo unerwartet ſchön gefügt: vereinigt in Glück und Liebe, umgeben von theuren Freunden, nur der Kunſt leben zu können, ohne jede beengende Schranke!

Ein wahrer Künſtlerhof! rief Walter laut, mit überſtrömen⸗ dem Gefühle.

Und hier wollen wir Abſchied nehmen von Granada, von jenen Glücklichen, die wir für eine Zeit lang begleitet haben auf ihrer wechſelvollen Lebensbahn, und ich auch für dieſes Mal von Dir, geneigter und vielgeliebter Leſer, wobei ich Dir wohl anvertrauen darf, daß das Glück der Freunde ein dauerndes iſt und daß der Künſtlerhof, wie ich ihn Dir geſchildert, heute noch beſteht.

Sollteſt Du je nach Granada kommen, ſo ſuche ihn auf: er heißt im gewöhnlichen Leben Villa de Monterey, und Du wirſt ſicher ſein, an jenem Hofe eine freundliche Aufnahme zu finden, auch wenn Du keine Ahnen nachzuweiſen haſt, auch wenn Deine Bruſt nicht geſchmückt iſt mit unverdienten oder verdienten Orden auch brauchſt Du nicht demüthig um die Protection eines Ober⸗ Hofmeiſters oder um die oft noch wichtigere einer erſten Kammer⸗ frau nachzuſuchen. Du mußt nur beweiſen, daß Du die Kunſt liebſt und die Künſtler verehrſt, vor allen Dingen aber die Ver⸗ ſicherung geben, daß Du meine freilich etwas lange, aber wahre Geſchichte weder zu lang, noch zu langweilig gefunden.