LIV.
„Wohl bin ich frei nun, wie der Falk'!
ℳ₰s war nach halb drei Uhr, als ſich in einem der kleinen Höfe des fürſtlichen Schloſſes, da, wo ſich früher die Gemächer des Prinzen Heinrich befanden, eine für dieſe Tageszeit unverhältniß⸗ mäßig große Anzahl vornehmer und glänzender Equipagen ſehen ließ, die ſich ihres Inhaltes an einer der Treppen entleerten, um darauf zu einer dicht geſchloſſenen Colonne zuſammenzufahren, welche in der Mitte des Hofes wartend hielt,— ein Beweis, daß die Be⸗ ſitzer dieſer Equipagen nicht gar zu lange zu verweilen gedachten. Alle Ausgeſtiegenen waren durch einen dienſtthuenden Kammer⸗ lakaien nach dem großen gelben Saale gewieſen worden, und wer da eintrat, fand ſich im Angeſichte einer ſehr excluſiven Geſellſchaft. Da waren im Hintergrunde des Saales verſammelt nicht nur die oberſten Hofchargen mit ihren Damen und erwachſenen Töchtern, nicht nur die Miniſter, nicht nur Mitglieder fremder Geſandtſchaf⸗ ten und die Spitzen der Beamten, ſondern da war auch von älteren und jüngeren Kammerherren, von Militärs, von Privatperſonen, ausgezeichneten Fremden Alles, was darauf Anſpruch machte, zu den Cercles les plus recherchés zu gehören; kurz, die Créme der Geſellſchaft— lauter blaues Blut.
Allerdings befand ſich auch gewöhnliches Volk, Kunſtfreunde, reiche Banquiers und Kaufleute, gewöhnlich im Gegenſatze zu den
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