Teil eines Werkes 
56. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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282 Dreiundfünfzigſtes Kapitel.

Auge plötzlich, wie es ſeit lange nicht geglänzt? Warum zeigte ſich um ſeine Lippen ein heiteres, ja, glückſeliges Lächeln?.

Rafael ſah dieſe Veränderung, legte ihr aber einen anderen Grund bei und ſagte, indem er ſich ſchmunzelnd die Hände rieb: „Ich komme mir vor, wie ein ganz kleiner David, der die finſtere Laune ſeines theuren Königs Saul verjagt hat, und der glücklich darüber iſt. Dabei bitte ich Sie aber nur um Eines— ſchicken Sie nach mir, wenn Sie mich in dieſer oder jener Richtung ge⸗ brauchen können.“

„Gewiß, gewiß,“ ſagte der Andere, haſtig das Zimmer durch⸗ ſchreitend.

„Vielleicht behält mein harmloſes Geplauder ein Bischen die Kraft, Sie zu erheitern, oder wenn nicht mehr, ſo greifen wir weiter zurück in jene Tage, wo ich meine Soli tanzte vor dem unvergleichlichen Pudel Figaro— ich glaube, auch darin noch etwas leiſten zu können.“

„Gewiß, gewiß,“ wiederholte Rodenberg, zurückkehrend; dann ſagte er, wie aus tiefen Gedanken auffahrend, indem er in das Zeitungsblatt ſah, welches er immer noch in der Hand hielt:„Alſo heute um drei Uhr iſt die Verſteigerung? Ah, da habe ich nicht mehr viel Zeit übrig, denn es iſt zwei Uhr vorüber. Entſchuldige mich, guter Rafael,“ wandte er ſich an dieſen, indem er ihm beide Hände auf die Schultern legte,„daß ich Dich eines dringenden Geſchäftes wegen verlaſſen muß— lebe wohl!— und noch Eines — ich bin in einer unzurechnungsfähigen Gemüthsſtimmung— es könnte mir einmal in den Sinn kommen, davon zu rennen, ohne vorher nach Dir geſehen zu haben; nimm mir eine ſolche Hand⸗ lungsweiſe alsdann aber nicht übel; Du weißt wohl, wie gern ich Dich gehabt, wie lieb ich Dich habe und wie anhänglich ich Dir immer ſein werde— ſollte ſich aber der eben erwähnte Fall er⸗ eignen, ſo ſei verſichert, daß ich Dir von der erſten beſten Wald⸗ ſchenke, wo ich mein Haupt niederlege, ſchreiben werde, um Dir Nachricht zu geben von meinen Planen für die Zukunft— wirſt Du mir das übel nehmen?“.

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