28 Vierunddreißigſtes Kapitel.
Wagen erlaubten, zu ihrem Lieblinge hindrängte und ſo oft die Muſik ſchwieg aus voller Kehle ein bekanntes Lied ſang: „Minge Mann, minge Mann es Fänderich, Frau Fänderich ben ich! Un wann minge Mann dat Fändel ſchwenk, Dann ſpringen ich üvver Stöhl un Bänk. Minge Mann, minge Mann es Fänderich, Frau Fänderich ben ich!“ Hinter dem Fähnrich ritt Herr Gryn, der berühmte kölner Bürgermeiſter und Held, der Sieger in der worringer Schlacht, im Kettenpanzer von Kopf bis zu Fuß; zwei Trabanten führten ſein
Pferd. Ihm folgte ein Stück Nibelungenlied, der gehörnte Sieg⸗
fried, die Fahne mit dem kölner Stadtwappen in der Hand, um⸗ ringt von mannlichen Recken.
Von der goldenen Sage zur göttlichen Kunſt übergehend, erſchien nun ebenfalls ein kölner Kind, Meiſter Rubens, ſein Ge⸗ folge bekannte Künſtler ſeiner Zeit in ſpaniſchen und niederländiſchen Trachten; dann folgte der kölniſche Bauer mit ſeinem Sinnſpruche:
„Halt faß, do kölſchen Boor, Am Rich— fall et ſöß of ſoor!
Der tapfere Kämpfer in der oben erwähnten worringer Schlacht, wo die Kölner ihre Stadtſchlüſſel in tollkühnem Uebermuthe auf einem offenen Wagen bei ſich führten, war in halbrothe und halb⸗ weiße Beinkleider und Jacke gekleidet, mit der Helmkappe um Hut und Wappenkamm. In der Hand hielt er den Dreſchflegel und auf die Aermel hatte er die Stadtſchlüſſel geſtickt.
Vor Wurrigen auf dem weiten Plan Ließ ich meinen Flegel umbher gahn, Erwarb damit die Schlüſſel fein Und trag' ſie noch am Arme mein.
Er diente als perſonificirte Standarte einer nachfolgenden Heldenſchaar, den Vertretern der das Recht beſchützenden Ritter⸗ geſchlechter, derer zur Steſſen, von Spee, Overſtolzen, Leparten, von
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