22 Zwölftes Kapitel.
angeſtrichener Feldkeſſel. Sein linkes Auge ſei von Glas und habe er daſſelbe vermittelſt einer ſchwarzen Schnur am Halſe befeſtigt. Was ſeine Sprache anbelange, ſo ſei ſie ein wunderliches Gemiſch von verſchiedenen Sprachen und von Verſtändlichkeit und Unver⸗ ſtändlichkeit. So habe er unter Anderem den Wald ſuperbe ge⸗ funden und vom Lager Seiner Hoheit geſagt, es ſei dies ein ganz trichinenhafter Anblick.
Nachdem der Prinz entſchieden, daß dieſes räthſelhafte Weſen augenblicklich vorgelaſſen werde, ſtürzte der Waldteufel davon und kehrte nach kurzer Zeit mit einem Reiter zurück, deſſen Pferd Einige am Zügel führten, während Andere ſeinen Steigbügel hielten und ein paar der Beherzteſten ſogar das Ende des Schweifes gefaßt hielten. Der Fremde, welcher auf dem Pferde ſaß, trug einen dunklen Oberrock, einen ſchwarzen, runden Hut und hatte in das linke Auge ein Glas gedrückt, Alles nach der Mode des neunzehnten Jahrhunderts.
Mittlerweile war im Gezelte des Prinzen für ein gut gefülltes Trinkhorn geſorgt worden, welches man dem Ankömm⸗ linge zum Willkomm credenzte und woraus derſelbe einen be⸗ merkenswerthen Zug that. Dann wiſchte er ſich den Schnurrbart ab, klemmte ſein Glas, welches ihm während des Trinkens heraus⸗ gefallen war, wieder ins Auge und ſagte in heiterem Tone:„Auf Ehre— ſuperbe!— Dieſes Künſtlerleben iſt wahrhaftig eine Welt für ſich!— Ah, mein lieber Herr Rodenberg, wie geht's?— Unſer Freund Lytton da ſieht wahrhaft räuberhaft aus!“
Seine Hoheit erhob ſich aber mit Würde und ſprach in ernſtem Tone:„Man frage dieſen Fremdling, was er in unſerem Revier zu ſuchen hat.“
„Auf Ehre— trichinenhaft!“ rief der Reiter unter herzlichem Lachen.„Richtig, das iſt ja der Hofſtaat des Prinzen Maiwein! Bitte Eure Hoheit tauſendmal um Entſchuldigung, daß ich ſo ohne alles Ceremoniel hier hereingebrochen bin, aber“— ſetzte er mit
—


