Teil eines Werkes 
49. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Fürſt und Kavalier. 299

darf man nur mit beſonderer Erlaubniß betreten und nur zu ge⸗ wiſſen Stunden, jetzt aber iſt der Zutritt zur Terraſſe für jeden Fremden verboten, denn der Hof verſammelt ſich dort ſogleich zum Frühſtück.

Das iſt gerade mein Fall, erwiederte heiter der Oberingenieur, ich bin zum Frühſtück eingeladen.

So haben Sie wohl eine Einladungskarte? frug der Por⸗ tier mit noch mißtrauiſcherem Blicke.

Eine ſolche habe ich nicht, da mich Seine Hoheit der Fürſt perſönlich eingeladen.

Trotz der Unbefangenheit, mit der er dieß ſagte, würde ihn der Portier doch nicht eingelaſſen haben, wenn nicht zufällig einer der Lakaien erſchienen wäre, der den Fremden mit dem Fürſten Arm in Arm die Avenue hatte heraufkommen ſehen, und erſt auf dieſe Mittheilung trat der Portier zurück, worauf ſich der Andere dem Frem⸗ den als Führer anbot und ihn in Kurzem auf die Terraſſe brachte.

Hier war noch Niemand als einer der dienſtthuenden Kammer⸗ diener, der auf einem Thermometer die Wärmegrade ablas, um in dieſer Richtung ſogleich die gehörigen Antworten geben zu können.

Ramberg ſpazierte auf und nieder und betrachtete ſich die reizende Gegend.

Der Erſte, welcher zum Frühſtück erſchien, war natürlicher Weiſe der Hofmarſchall, Baron Spiegel: er erſchien unter der Thüre des Speiſeſaals, neben ſich jenen Lakaien, welcher den Ober⸗ ingenieur hieher gewieſen, und der nun ſeinem Oberen zuflüſterte: Ich habe ſelbſt geſehen, wie Seine Hoheit Arm in Arm mit die⸗ ſem Herrn durch den Park kamen, ſehr intim, ich kann Euer Excellenz verſichern, ſehr intim.

Der geneigte Leſer wird ſich erinnern, daß Baron Spiegel ſchon vor einigen Tagen von wichtigen Ereigniſſen ſprach, die ein⸗ treten könnten von bedeutenden Perſonen, die, ohne gerade an⸗ gemeldet zu ſein, in nächſter Zeit erſcheinen würden. Er hatte dieſe Vermuthung allerdings nicht ganz aus der Luft gegriffen,