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Der Hof war auf dem Lande; es gab in der Reſidenz keine Geſellſchaft mehr.
Dieſe an ſich ſo einfachen aber wahren Sätze, Bemerkungen oder Thatſachen, wie man es nennen will, ſcheinen gewiß manchem unſerer Leſer von keiner großen Bedeutung zu ſein, und nur in dem betreffenden Kreiſe Eingeweihter wußte man, was es zu ſagen hatte: der Hof iſt auf dem Lande, und in Folge dieſes großen Ereigniſſes gab es in der Reſidenz keine Geſellſchaft mehr.
Wir bitten, hier das Wort Geſellſchaft nicht leichtſinniger Weiſe mit Geſellſchaften zu verwechſeln. An letteren fehlte es allerdings auch jetzt nicht; in allen Schichten der Einwohnerſchaft gab es ge⸗ nug geſellige Vereinigungen jeder Art mit und ohne Muſik, in Häuſern, in Gärten, auf dem Lande, im Walde, aber das, was in der Reſidenz das ausſchließliche Recht hatte oder wenigſtens zu haben glaubte, ſich die„Geſellſchaft“ zu nennen, das war mit dem Hofe ſpurlos verſchwunden.
Ja der Hof war auf dem Lande, und wenn man in die Nähe des Reſidenzſchloſſes kam, ſo ſah man das augenblicklich an dem unverkennbaren Stempel der Verlaſſenheit, welcher den weitläufigen Gebäuden aufgedrückt war: die Fenſter mit ihren herabgelaſſenen Jalouſieen ſahen ſo ungemein ſchläfrig aus, die beiden Glasthüren
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