Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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266 Zeitungsartikel in aufſteigender Potenz.

beſtätigt. Augenzeugen ſprechen von zahlreichen Verwundungen und es ſoll jetzt ſchon gewiß ſein, daß das Militär ohne den geringſten Vorwand und ohne von den vorüberwndelnden Bürgern gereizt zu

ſeein, auf die ſchonungsloſeſte Art von ſeinen Waffen Gebrauch machte. Wird man denn nun nicht einmal bald der Volksſtimme Gehör geben und dem Militär das höchſt unnöthige Tragen der Waffen außer des Dienſtes verbieten? Das Volk iſt ja bewaffnet, und geſinnungstüchtige Männer vom zarteſten Alter ſieht man bewaffnet einherziehen; wozu alſo noch bewaffnetes Militär?

Zwei Stunden von der Reſidenz.

Mit tiefem Schmerz und gerechter Entrüſtung haben wir unſern Leſern neue Schandthaten zu erzählen, welche ſich das verwilderte Militär gegen harmlos einherwandelnde Bürger erlaubte. Sie haben von der zahlreich beſuchten Volksverſammlung gehört, wo das ſonveräne Volk feſt und beſtimmt, aber ohne den Rechtsboden zu verlaſſen, deutlich ausſprach, was ihm fehle und wo ihm geholfen werden müſſe. Schon während der herzerhebenden Reden, die dort gehalten wurden, bemerkte man herumſchleichende Spione und Emiſſäre der Reactionäre, welche ſich bemühten, die goldenen Worte geſinnungstüchtiger Redner dem Volke zu verdächtigen und, ſie mit reactionärem Geifer be⸗ ſchmutzend, als unlauteres Metall darzuſtellen. Auf dem Heimwege nun wurden mehrere unſerer ehrenhafteſten Bürger von einer großen Anzahl Soldaten mit der blanken Waffe überfallen. Vergebens war das Abwehren dieſer unſchuldigen Schlachtopfer, die verthierte Sol⸗ dateska hieb ſchonungslos ein, einem Bürger ſollen mehrere Naſen abgehauen worden ſein. Man fürchtet Unruhen in der Stadt, und ſo traurig es iſt, wenn wir neue Unruhen erleben, ſo iſt es endlich einmal Zeit, daß der grenzenloſen Willkühr des Militärs entgegen⸗ getreten wird.