Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Magnetiſche Kuren. 295

Graf(ſieht ihn erſtaunt and. Was ſoll das bedeuten, Herr—?

v. Nahden. Ich bin Ferdinand von Rahden und bitte Sie um Gehör.

(Der Graf geht mit ihm auf die rechte Seite die Andern ziehen ſich links zurück. v. Rah⸗ den reißt das Couvert von dem Schreiben und übergibt eins, was darin liegt, dem Grafen.)

Mit meiner aufrichtigſten Gratulation, Excellenz. Graf(durchfliegt den Brief). Was ſoll das? Seine Majeſtät übergeben mir das Portefeuille der auswärtigen Augelegenheiten? v. Rahden

(der ein Schreiben ebenfalls durchflogen).

Und ich war ſo glücklich, da ich mich gerade hier befinde, von dem Staatsſekretär mit Uebergabe dieſes Schreibens betraut zu werden.

Graf(gerührt).

Die Gnade Seiner Majeſtät hat mich auf's Tieſſte ergriffen.

Aber ich begreife doch nicht, Herr— Doktor— v. Nahden(mit einer tiefen Verbeugung).

Der Herr Juſtizminiſter, mein Chef, läßt mir ſchreiben, daß

er mich Euer Excellenz beſtens empfohlen habe. Graf.

Das iſt wahr, Herr von Rahden. Der JIuſtizminiſter ſchreibt mir, Sie hätten Luſt, in die Diplomatie zu treten und empfiehlt Sie auf's Allerdringendſte.— Aber nehmen Sie mir nicht übel, Sie haben hier eine ſonderbare Rolle geſpielt. Weßhalb kamen Sie hieher?

v. Rahden.

Ich erfuhr zufällig, daß Seine Majeſtät die Abſicht hatten, Euer Excellenz das Miniſterium zu übertragen. Ich ſehnte mich ſchon lange, unter den Augen Euer Excellenz zu arbeiten.