Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Schloß Schweigern.

drigſten Stalljungen, durchbebte dabei ein freudiger Schreck, denn anſtatt daß ſie ſonſt bei dergleichen Veranlaſſungen ihre Empfin⸗ dungen in Zeichen kund gaben, gelang es ihnen zum erſten Mal wieder, ein lautes Wort von ſich zu geben. Der Graf fuhr von ſeinem Seſſel auf und wunderte ſich ſehr, ſeinen Stallmeiſter fra⸗ gen zu können, woher aus heiterer Abendluft der plötzliche Donner⸗ ſchlag gekommen ſei. Die Zofen und Chrendamen ließen ihre Arbeit fallen und kreiſchten laut auf. Dem Kellermeiſter, der eben einen Schluck über Durſt thun wollte, fiel mit einem lauten Fluch das Glas aus der Hand, und ein paar Stalljungen, die ſich ſehr unvollkommen durch Geberden gezankt hatten, wunderten ſich ſehr, daß ſie plötzlich ihren Streit mit den nöthigen Schimpfworten be⸗ gleiten konnten.

Die erſte Frage des Grafen, als er wieder auf ſeinen Sefel zurückgefallen, war nach der Prinzeſſin, und als er über den Cor⸗ ridor nach ihrem Zimmer eilte, begegneten ihm ſchon die Ehren⸗ damen, die ihre Herrin gleichfalls ſuchten und in den Park liefen, wohin ſie vor einiger Zeit gegangen ſei. Alle ſuchten die Prin⸗ zeſſin auf ihrem Lieblingsplatz, und der Graf, der zuerſt dorthin kam, war ſehr erſchreckt, ſie nicht dort zu finden, und ebenſo über⸗ raſcht, am Fuß des Hügels das Gebüſch verſchwunden zu ſehen. Doch an ſeiner Stelle eerblickte er einen ſtillen klaren See, der mit ſchönen Roſen umgeben war, die über einer Steinbank zu einer großen Laube zuſammengewachſen waren, unter welcher die Prin⸗ zeſſin ſaß. Dieſe erwachte in dem Augenblick von ihrer Ohnmacht und ſank ihrem Gemahl mit Freudenthränen an die Bruſt. Sie erzählte ihm mit kurzen Worten, auf welche Art ſie den Zauber von Thal und Schloß Schweigern gelöst. Alles Unheimliche und Finſtere des See's war verſchwunden, hoch in den Lüften ſchwebte ein mächtiger Adler und über einer purpurnen Wolke, die gen Oſten zog, ſchifften emſig ein paar weiße Schwäne. Der See ſelbſt war wieder klar und ruhig geworden und am uUfer, wo die Prinzeſſin