Teil eines Werkes 
13. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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zu können.“ Die Prinzeſſin entgegnete ihm hierauf, daß ſie eine

Schloß Schweig ern. 37

auch durch Güte und Herzlichkeit es vermochte, daß ihm die Thiere in den Lüften und auf der Erde zu Dank verpflichtet ſind.“ 3

So träumte die Prinzeſſin und als ſie wieder erwachte und den Schwan ruhig wie vorher auf dem See umher ſchwimmen ſah, gedachte ſie der Worte, die er zu ihr geſprochen, und ging ſtill und ſinnend dem Schloſſe zu. Ihrer unwandelbaren Liebe und Treue gegen den Gemahl, ſowie eines reinen Herzens war ſie ſich wohl bewußt. Doch wie ſie die drei Dinge, die außerdem zur Löſung des Zaubers erforderlich waren, herbeiſchaffen ſollte, wußte ſie nicht. Wie ſie ſo darüber nachdachte, ſielen ihr auf einmal die drei Adler⸗ federn in die Hände, die ſie ſeit jenen Abenden bei Seite gelegt und nicht mehr beachtet hatte. Plötzlich kam ihr der Gedanke, ob ſie nicht die Dankbarkeit des Vogels, die ihr dieſer ſo ſehr gerühmt, in Anſpruch nehmen ſolle. Voll von dieſem Gedanken, entſchlief ſie und beim Erwachen am andern Morgen beſchloß ſie, einen Verſuch zu machen, ob ſie den Adler durch die drei Federn herbeiwünſchen könne, und ob ſie wohl im Stande ſei, den Zauber von Schloß Schweigern zu löſen.

Am Abend wandelte ſie einſam und allein dem See zu, deſſen Umgebungen ihr wieder bereitwillig den Durchgang gewährten, und ſetzte ſich auf dieſelbe Steinbank wie geſtern. Sie nahm eine der Adlerfedern und ſprach dabei den Wunſch aus, daß ſich der Vogel ihrer erinnern und aus den hohen Wolken droben herabkommen möchte. Kaum hatte ſie dieſen Wunſch ausgeſprochen, ſo rauſchte es über ihrem Haupte, und der Adler ſchwang ſich eilig herab, ſie mit freundlichen Worten begrüßend.„Schöne Prinzeſſin,“ ſagte er, „ich hoffe, du haſt mich gerufen, um jetzt deinerſeits eine Bitte aus⸗ zuſprechen, und es freut mich ſehr, dir meine Dankbarkeit bezeigen

große, kaum zu erfüllende Bitte an ihn habe, die in nichts Gerin⸗ gerem beſtünde, als in Herbeiſchaffung eines Tropfens vom Waſſer des Lebens. Der Vogel verneigte ſich ehrerbietigſt und verſicherte