rief deſſen Bruder; und die vier kleinen Kinder, die ebenfalls da waren, ſchrieen ſo laut, als ſie mit ihren dünnen Stimmen ver⸗ mochten:„Bravo, Herr Holder!“ und der kleine Hektor ſetzte hinzu: „den Zimmerſpruch, lieber Herr Holder!“
Der Heldenſpieler auf der Bühne holte tief Athem, und als r dabei die niedergeſchlagenen Augen erhob, hätte man glauben ſollen, er tauche aus einem dichten Nebel auf und ziehe oberhalb deſſelben begierig die reinere Luft ein.
„Ja ſo, den Zimmerſpruch?“ murmelte er.„Richtig, rich⸗ tig! Mir ſcheint, ich bin einigermaßen von meiner Rolle abge⸗ ſchweift. Nun, es thut wahrhaftig nichts, könnt's noch öfters bören.—
„Dieſe Bretter, dieſe armſeligen Bretter voller Aſtlöcher und Sprünge, aufgenagelt auf halbmorſche Fäſſer, die zu altersſchwach ſind, um noch irgend eine Flüſſigkeit in ſich aufzunehmen und er⸗ tragen zu können, dieſe Bretter, welche die Welt bedeuten, haben wir alſo zuſammen gefügt. Das Fundament wäre da, und lieb⸗ lich darauf hingebaut Zimmer und Schloß, Wald und Straße.
Möge nun unſer Werk gedeihen, möge ſich zahlreich füllen dieſer
Tempel der Kunſt! Und möge ſich das vielköpfige Thier, Publi⸗ kum genannt, drunten an der Kaſſe ſeine dicken Köpfe blutig ſchlagen und ſich am Eingang um eine Karte balgen, wie hung⸗ rige Buben um eine Semmel beim Bäcker!— Dazu ſage ich Amen!“
„Wir auch, wir auch!“ riefen ſämmtliche Zuhörer, und darauf Keß Herr Holder die Gardine wieder aufziehen, und die ganze Geſellſchaft, geführt von der Prinzipalin, begab ſich in ein großes Zimmer neben der Küche, wo die Mittagstafel gedeckt war.
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