Vierzigſtes Kapitel.
zugleich einen guten Morgen bot. Dann zeigte er ebenfalls auf die drei neuen Mitglieder und ſagte vertraulich:„Ich kann Sie ver⸗ ſichern, lieber Holder, drei liebenswürdige Collegen!“
„Collegen?“ fragte ſinſter der Heldenſpieler, indem er die rechte Hand zwiſchen ſeinen Rock ſteckte.„Collegen? Von Ihnen vielleicht, Herr Trommler. Das iſt möglich! Ob ich ſie auch als ſolche anerkennen kann, wollen wir nach der erſten Aufführung ſehen.— Es fühlt ſich Mancher berufen,“ ſetzte er mit tiefer, grol⸗ lender Stimme hinzu,„aber Wenige ſind auserwählt.“ Damit wandte er ſich um und begab ſich zwiſchen die Fäſſer zurück, die er anfing herum zu rücken und herzuſtellen.
„Er iſt etwas eigen, der gute Holder,“ ſprach freundlich der Direktor zu ſeinen drei neuen Mitgliedern;„aber Sie werden ſich ſchon näher kennen lernen; er iſt gar nicht ſo ſchlimm, wie er ſich anläßt.“
Herr Trommker zuckte mit einem Blick auf den ſo raſch da⸗ vongegangenen Heldenſpieler mitleidig die Achſeln und ſagte zu Eugen:
„Stolz will ich den Spanier, Wenn auch der Becher nicht mehr überſchäumt.“
Jetzt klatſchte der Direktor dreimal in die Hände und rief: „Allons, meine Herrſchaften, fangen wir an!“ Zu gleicher Zeit legte er ſeinen langen Rock ab, um in Hemdärmeln freier und ungenirter arbeiten zu können.
Herr Trommler, der wohl ſeine guten Gründe hatte, es nicht ebenſo zu machen, wie ſein Chef, lief zu einer ſehr kleinen Kiſte— man hätte dieſes Behältniß füglich eine Schachtel nennen können— und zog aus derſelben ſeinen grauen Reiſerock von geſtern einen beſſeren, den er heute Morgen anhatte, legte er mit einer außerordentlichen Geſchwindigkeit ab und ſchlüpfte ſo behende in das alte fadenſcheinige Kl eidungsſtück, daß während dieſes Umzuges kein Menſch im Stande war, zu beſtimmen, von welcher Farbe die Hemdärmel dieſes würdigen Künſtlers eigentlich geweſen. Ueber⸗ haupt ſchien er den Vorſatz gefaßt zu haben, um Alles in der Welt keine Wäſche ſehen zu laſſen; denn unhren ſh ſeine hohe,
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