213
Hummliſchen und Meiſter Johann Hummliſchen⸗Ver⸗ mählung gedichtet.“
„Diana! Venus! Zeus! Apollo! Mars! Vulcan!
Ein kleines Flämmchen flammt an Cölus Flam⸗ men an
Tauch' Deinen ſpitzen Pfeil Cupido ſachte ein
In Amber, Myrthenöhl und ſüſſen Honigwein,
Daß er die Herzen nur ein ganz klein wenig ritze
Und weder all zu tief, noch zu beſtändig fitze.“
„Ach wie wohlmeinend!“ unterbrachen die jungen Gatten den Verfaſſer und Declamator„er fürchtet, daß unſere Liebe zu lange währen dürfte und ruft die Göt⸗ ter an, es zu verhindern.“
„Ihr müßt in eurer Jugend ein ſchöner Schlingel geweſen ſein,“ fügte der Rittmeiſter hinzu,„wenn ihr im Alter ſolche Sittenloſigkeit predigt.“
Weit entfernt durch dieſen Tadel beleidigt zu ſein, lächelte Widtmann ſo holdſelig als ob man ihm das aufrichtigſte Lob geſpendet hätte, dann leerte er ſein Gläschen auf einen Zug und fuhr mit noch ungleich hö⸗ herem Pathos und größerer Selbſtzufriedenheit fort:
„Ein ſtetes Einerlei, den Göttern tief verhaßt
Iſt Nymphen, Genien und Menſchen ſelbſt zur Laſt


